Sind Einkommensteuer und Kinderfreibetrag voneinander abhängig?

Der Kinderfreibetrag kommt bei der Einkommensteuer erst ab einem gewissen Einkommen zum Tragen. Grundsätzlich ist es so, dass die durch den Kinderfreibetrag eintretende steuerliche Entlastung der Eltern durch den Kinderfreibetrag höher sein muss als das Kindergeld. Derzeit müssen Alleinerziehende etwa € 35.000,- und Verheiratete mit dem so genannten Splitting-Tarif etwa € 67.000,- pro Jahr verdienen, um vom Kinderfreibetrag profitieren zu können.
Steuermindernd kann sich der Kinderfreibetrag allenfalls auf die Kirchensteuer oder den Solidaritätszuschlag auswirken.

Bei der Veranlagung der zu entrichtenden Einkommensteuer steht jeder steuerpflichtigen Person in Deutschland ein Freibetrag in Höhe von € 1.932,- pro Jahr zu. Bei Verheirateten verdoppelt sich der Betrag entsprechend. Grundlage hierfür ist der Existenzminimumbericht der Bundesregierung, mit der das Existenzminimum eines Kindes ermittelt wird. Der Freibetrag gilt unter Umständen auch für im Ausland lebende Kinder. Der Kinderfreibetrag hängt also nicht von der Einkommensteuer ab, wohl aber ist die Höhe der tatsächlichen Entlastung abhängig von den Einkünften der Eltern oder Alleinerziehenden.

Die mit dieser Regelung einhergehende offensichtliche Bevorzugung von Beziehern hoher Einkommen, die eine solche Förderung weniger nötig haben als andere Bevölkerungsgruppen, sorgt immer wieder für politische Diskussionen, steht jedoch in einer Linie mit den meisten anderen Steuergesetzen hierzulande.