Beispielhafte Berechnung Kinderfreibetrag

Die Höhe und Berechnung des Kinderfreibetrages ist im § 32 EStG geregelt. Generell beträgt der Kinderfreibetrag pro Kind und Elternteil 1.932 Euro. Der Freibetrag für Betreuung, Erziehung oder Ausbildung beträgt 1.080 Euro für jedes Kind pro Elternteil. Voraussetzung ist, dass das Kind in einem Kindschaftsverhältnis zu beiden Ehepartnern steht. Die nachfolgenden Beispiele sollen zur Veranschaulichung der Berechnung dienen.

Kinder Freibetrag Beispielfall 1:

Ein Ehepaar hat ein gemeinsames Kind.

Kinderfreibetrag Mutter: 1.932 Euro
Kinderfreibetrag Vater:1.932 Euro
Erziehungsfreibetrag Kind: 2.160 Euro (1.080 * 2)
Freibetrag gesamt: 6.024 Euro

Kinder Freibetrag Beispielfall 2:

Ein Ehepaar hat drei Kinder. Dabei stammt ein Kind aus erster Ehe der Mutter, so dass hier nur zur Mutter ein Kindschaftsverhältnis besteht.

Kinderfreibetrag Kind 1 Mutter: 1.932 Euro
Kinderfreibetrag Kind 2 Mutter: 1.932 Euro
Kinderfreibetrag Kind 2 Vater: 1.932 Euro
Kinderfreibetrag Kind 3 Mutter: 1.932 Euro
Kinderfreibetrag Kind 3 Vater: 1.932 Euro
Erziehungsfreibetrag Kind 1: 1.080 Euro
Erziehungsfreibetrag Kind 2: 2.160 Euro (1.080 * 2)
Erziehungsfreibetrag Kind 3: 2.160 Euro (1.080 * 2)

Freibetrag gesamt: 15.060 Euro

Gibt es einen Antrag auf Kinderfreibetrag?

Im eigentlichen Sinne gibt es keinen expliziten Antrag, um den Kinderfreibetrag zu erhalten. Vielmehr ist es bei der jährlichen Steuererklärung notwendig, die so genannte „Anlage Kinder“ auszufüllen, die den anderen Formularen der Einkommensteuererklärung beigefügt wird. Dieses Formular kann wie ein Antrag aufgefasst werden und beinhaltet alle relevanten Angaben zu den eigenen Kindern sowie zu dem Personenkreis, der den Kinderfreibetrag für sich geltend machen möchte (alleinerziehendes Elternteil, beide Ehepartner etc.)

Kinderfreibetrag oder Kindergeld? Finanzamt prüft jeden Einzelfall

Sobald das Formular im Rahmen der Steuererklärung bei dem für Ihren Wohnort zuständigen Finanzamt eingegangen ist, wird die Anlage Kinder im Rahmen der Steuerprüfung mit berücksichtigt, d.h. auf Vollständigkeit und Inhalt hin geprüft. Der Mitarbeiter des Finanzamtes rechnet in diesem Fall durch, welche Option für den Antragssteller günstiger kommt, also ob er sich finanziell günstiger durch den Bezug klassischen Kindergeldes steht oder eher durch den Kinderfreibetrag höhere steuerliche Erleichterungen geltend machen kann. Nur im letzten Fall wird die „Anlage Kinder“ als Antrag auf den Kinderfreibetrag verstanden und entsprechend steuerlich verrechnet. Diese inhaltliche Prüfung durch das Finanzamt kommt also allen Familien zu Gute, da in keinem Fall der Kinderfreibetrag auf Antrag gewährt wird, selbst wenn ein reguläres Beziehen von Kindergeld die günstigere Alternative wäre.