Wer bekommt Kindergeld, wer Kinderfreibetrag?

Neben dem Kindergeld und dem Kinderfreibetrag können Eltern auch den so genannten Betreuungsfreibetrag erhalten. Die Wahl zwischen diesen drei Varianten hängt immer davon ab, was sich als günstiger für die finanzielle Versorgung erweist. Diese Nachprüfung wird in diesem Zusammenhang auch als Günstigerprüfung bezeichnet und kann beim Finanzamt im Rahmen der Begutachtung der Einkommenssteuererklärung bewertet werden. Kommt das Finanzamt zum Resultat, dass es besser wäre, entweder den Betreuungsfreibetrag und das Kindergeld statt dem Kinderfreibetrag zu nutzen, dann erfolgt eine so genannte Beachtung bei der Festsetzung der Steuern und ein Gegenrechnen des Kindergeldes.

Wer bekommt Kindergeld?

Das Kindergeld ist immer dadurch gekennzeichnet, dass es beiden Elternteilen zur Verfügung stehen muss. Für die Auszahlung ist es jedoch grundlegend, dass nur dem Elternteil das Kindergeld zugewiesen wird, bei welchem das Kind im Haushalt lebt und polizeilich gemeldet ist. Der andere Elternteil zahlt in der Regel Unterhalt, mit dem das Kindergeld verrechnet werden soll.

Wer erhält des Kinderfreibetrag?

Beim Kinderfreibetrag verhält sich dies etwas anders. Er beinhaltet monatlich den gesetzlich geltenden Betrag je Elternteil. Sind Ehegatten steuerlich zusammen veranlagt, dann kann es der Fall sein, dass der Kinderfreibetrag verdoppelt wird. Dies erfolgt in dem Sinne, dass beide Teile zusammengelegt werden. Dies wird entsprechend auf der Lohnsteuerkarte vermerkt, wenn beide Ehegatten die Eltern des Kindes sind. Ansonsten wird der Kinderfreibetrag jeweils zur Hälfte aufgesplittet.

Der Kinderfreibetrag wird auch dann ausgezahlt, wenn ein Elternteil verstorben ist oder nicht unbeschränkt seiner Einkommenssteuerpflicht nachkommen kann. Hat der Steuerpflichtige das Kind allein angenommen und besitzt das Sorgerecht und steht das Kind zu ihm in einem so genannten Pflegekindschaftsverhältnis, dann steht auch dieser Person der Kinderfreibetrag komplett zu.

Gilt der Kinderfreibetrag auch für Alleinerziehende?

Überschreitet das Einkommen eine definierte Höhe, wird vom Finanzamt statt des Kindergeldes der Kinderfreibetrag in Höhe von 1932 Euro jährlich pro Elternteil eingesetzt. (3864 Euro gemeinsam) Der Kinderfreibetrag wurde von der Bundesregierung Anfang 2009 auf diesen Betrag erhöht. Ab 01.01.2002 wurde zusätzlich der Freibetrag für Erziehung, Betreuung und Ausbildung von 2160 Euro jährlich neu eingeführt. (getrennt lebende Eltern erhalten jeweils 1080 Euro) Ist ein alleinerziehender Elternteil verwitwet, hat der getrennt lebende Elternteil seinen Wohnsitz nicht in Deutschland oder kommt er/sie der Unterhaltspflicht zu weniger als 75% nach und ist das minderjährige Kind ausschließlich beim betreuenden Elternteil gemeldet, kann dieser die volle Höhe des Freibetrages von 2160 Euro beantragen. Die Zuordnung von Kinder- und Betreuungsfreibetrag kann gegebenenfalls variieren. Alleinerziehende können den Betreuungsfreibetrag zur Gänze erhalten, vom Kinderfreibetrag profitieren beide Elternteile.

Kinderfreibetrag und Haushaltsfreibetrag

Ab 01.01.2004 wird anstelle des Haushaltsfreibetrages der „Entlastungsbetrag für Alleinerziehende“ von 1.308 Euro gewährt. Diese Summe kann als Steuerentlastung jährlich vom Einkommen abgezogen werden, was dem monatlichen Betrag von 109 Euro entspricht. Er ist der Steuerklasse II zuzurechnen und wurde in der Lohnsteuertabelle in die Gruppe der Alleinerziehenden integriert. Die Steuerentlastung wirkt sich im Vorhinein während des Jahres durch einen geringeren Lohnsteuerabzug ihres Einkommens aus.

Die Benachteiligung von Alleinerziehenden spiegelt sich darin, dass sie die steuerliche Entlastung großteils nicht ausreichend nutzen können. Viele Alleinerziehende sind Niedriglohnbezieherinnen und erhalten das Kindergeld als soziale Förderleistung. 1,6 % der Alleinerziehenden genießen durch ihr höheres Einkommen die Steuerentlastung des Kinderfreibetrages.