Wo beantragt man den Kinderfreibetrag?

Bei erwachsenen Steuerzahlern wird mit einem steuerlichen Grundfreibetrag dem sozialkulturellen Existenzminimum entsprochen. Ebenso muss das elterliche Einkommen in der Höhe des Mindestbedarfs des Kindes steuerfrei gestellt werden. Der steuerliche Kinderfreibetrag von z. Zt. 6.024 Euro jährlich soll dem Mindestbedarf eines Kindes für Unterhalt, Erziehung, Betreuung und Ausbildung absichern. Der Grundfreibetrag wird beim monatlichen Lohnsteuerabzug berücksichtigt, der Kinderfreibetrag nicht. Eltern mit Kindern zahlen genauso viel Lohnsteuer wie gleich gut verdienende kinderlose Paare. Das monatliche einkommensunabhängige Kindergeld bietet dafür einen Ausgleich.

Lohnsteuerkarte verzeichnet Kinderfreibetrag

Auf der Lohnsteuerkarte ist die Zahl der zu berücksichtigenden Kinder ausgewiesen. Änderungen können bei Vorlage der erforderlichen Unterlagen im Gemeindeamt oder der Stadtverwaltung vorgenommen werden. Kinder über 18 Jahre trägt das Finanzamt in die Lohnsteuerkarte ein, wenn eine Berücksichtigung erfolgen soll. Auf Antrag kann der Kinderfreibetrag ebenfalls auf einen Stiefeltern- oder Großelternteil übertragen werden, wenn das Kind dort im Haushalt lebt. Kommt ein Unterhaltspflichtiger seinen Betreuungsaufgaben nicht nach, kann der gesamte Freibetrag auf das Elternteil übertragen werden, das Betreuung und Pflege allein leistet.

Das Finanzamt überprüft automatisch bei der Einkommensteuerveranlagung die Prioritäten. So wird das Kindergeld generell dem Freibetrag gegen gerechnet, unabhängig ob dieses beantragt wurde oder nicht. Die optimale Variante für den Steuerzahler wird daraus ermittelt. In den meisten Fällen wird durch das Kindergeld eine ausreichend Steuerfreistellung für das Kinderexistenzminimum realisiert. Bei Gewährung der Freibeträge für die Kinder werden diese beim Solidaritätszuschlag und der Kirchensteuer berücksichtigt. Eine korrekte und pünktliche Einkommensteuerveranlagung erleichtert dem Finanzamt die korrekte Ermittlung der Ansprüche.

Welchen Freibetrag erhalten Eltern je Kind?

Kinder sind für die Zukunft wichtig. Kindheit kostet Geld. Der Staat versucht deshalb mit seinen finanziellen Zuschüssen Eltern oder besser gesagt die Familienkasse zu entlasten.

Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres des Kindes besitzen Eltern einen Anspruch auf Zahlung des Kindergeldes. Zahlungen darüber hinaus werden unter gesetzlich festgelegten Besonderheiten gewährt. Freibeträge für Kinder können generell bis zum Alter von 18 Jahren und darüber hinaus bis 25 Jahre unter bestimmten Voraussetzungen angerechnet werden (z.B. Berufsausbildung, Studium, kurzfristige Übergangszeiten zwischen zwei Ausbildungsabschnitten sowie Grundwehr- oder Zivildienst, freiwillig soziales oder ökologisches Jahr, Arbeitsuchende). Bei der jährlichen Einkommensteuerveranlagung prüft das Finanzamt, ob eine Anrechnung der Freibeträge für die Eltern günstiger ist oder die Berücksichtigung des Kindergeldes. Die eigenen Einkünfte der Kinder, die älter als 18 Jahre sind, dürfen dabei 7.680 Euro im Jahr nicht überschreiten.

Die Freibeträge basieren auf zwei Schwerpunkten

Zum einem soll dem sächlichen Existenzminimum der Kinder entsprochen werden, Aufwendungen zur Bestreitung des Lebensunterhalts wie Nahrung, Wohnen und Kleidung gehören dazu. In Deutschland beträgt ab 01.01. 2009 der volle Freibetrag für ein Kind 3.864 Euro pro Jahr. Ebenso wird ein Freibetrag für Betreuungskosten, der Erziehung und einem Ausbildungsbedarf gewährt. Dieser Teil des Freibetrages beträgt jährlich 2.160 Euro.

Bei verheirateten Eltern mit einer gemeinsamen Einkommensteuerveranlagung werden beide Freibeträge summiert und somit 6.024 Euro berücksichtigt. Jedoch bei getrennter Veranlagung wird jedem Elternteil die Hälfte des Freibetrages (3.012 Euro)angerechnet. Kommt ein Elternteil der Unterhaltspflicht nicht ausreichend nach (weniger als 75 %), kann der betreuende Elternteil die volle Summe für sich beantragen.