Aufteilung des Kinderfreibetrags auf beide Elternteile – geht das?

Eltern erhalten derzeit für jedes Kind einen Kinderfreibetrag in Höhe von 6024 Euro. Dieser Freibetrag soll das Existenzminimum des Kindes bei der Besteuerung der Eltern berücksichtigen und wird in Form einer Ziffer auf der Lohnsteuerkarte eingetragen.
Diese Ziffer entspricht der Anzahl der Kinder, die steuerlich berücksichtigt werden können. Sind beide Elternteile miteinander verheiratet oder leben in einer Lebensgemeinschaft, findet man den Eintrag des Kinderfreibetrages meist auf der Lohnsteuerkarte eines Elternteils. Es ist aber auch möglich, den Betrag zu halbieren. Dies kann geschehen, wenn ein jeweils halber Kinderfreibetrag sich für ein Elternteil als steuerlich günstiger erweist.

Kinderfreibetrag aufteilen ist möglich

Bei Scheidung oder Trennung steht jedem Elternteil in der Regel ein halber Kinderfreibetrag zu. Es ist jedoch auch hier eine flexible Aufteilung möglich. Ist beispielsweise die Mutter nicht berufstätig und wird deren Lebensunterhalt vom Ex-Ehemann bestritten, ergibt es Sinn, diesem den gesamten Kinderfreibetrag eintragen zu lassen. Sobald sie wieder berufstätig ist, kann sie diese Änderung rückgängig machen und sich den halben Kinderfreibetrag zurück holen. Ebenso ist es möglich, den eigenen halben Freibetrag auf einen neuen Partner zu übertragen. Diese sehr flexible Aufteilung des Kinderfreibetrages macht es möglich, jeweils die günstigste steuerliche Variante für die Familie auszuwählen und zu beantragen. Für den Antrag ist das Finanzamt die richtige Adresse, in manchen Orten hat auch das Bürgerbüro eine entsprechende Abteilung mit Sprechzeiten. Benötigte Unterlagen sind in den meisten Fällen die Lohnsteuerkarte, der Personalausweis und die Vollmacht des Elternteils, der seinen halben Kinderfreibetrag abtritt.