Beinhaltet Kinderfreibetrag auch einen Freibetrag für Kinderbetreuungskosten?

Das deutsche Steuerrecht ist kompliziert – hinter jedem Begriff verbergen sich eine Menge Details. Und so ist auch die Frage danach, was sich genau hinter dem Kinderfreibetrag verbirgt, eine berechtigte Frage. Wie setzt sich also der Kinderfreibetrag zusammen? Ist hier auch ein Freibetrag für Kinderbetreuungskosten enthalten?

Der Kinderfreibetrag besteht aus zwei Komponenten:

Der eigentliche Kinderfreibetrag beträgt im Jahr 2010 2.244 Euro pro Elternteil. Zusätzlich gibt es noch den Freibetrag für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung (kurz: Erziehungsfreibetrag). Dieser beträgt pro Kind im Jahr 2010 2.520 Euro. Der Erziehungsfreibetrag wurde im Jahr 2002 eingeführt. Er soll dazu dienen, die Kosten, die mit der Ausbildung eines Kindes entstehen, auszugleichen. Der Freibetrag wird ohne einen erforderlichen Nachweis steuerlich anerkannt. Für den Erziehungsfreibetrag ist eine pauschale Höhe unabhängig von den tatsächlich entstehenden Kosten definiert. Es wird davon ausgegangen, dass der Betrag bei kleinen Kindern im Wesentlichen für die Betreuung benötigt wird, bei älteren Kindern für die Ausbildung.

Geregelt ist der Erziehungsfreibetrag im § 32 Abs. 6 Satz 1 EStG. Insbesondere der deutsche Juristinnenbund kritisierte den Erziehungsfreibetrag deutlich. Die größten Kritikpunkte sind die Unabhängigkeit von den tatsächlich entstehenden Kosten, da diese Einverdienstehen fördern sowie die Benachteiligung Nicht-Erwerbstätiger, für die keine Möglichkeit besteht, die entstehenden Kosten steuerlich abzusetzen.

Was sind Kinderadditive?

Eine hilfreiche Addition: Kindergeld plus Zuschuss – Kinderadditive sind staatliche Hilfen, die zusätzlich zum Kindergeld gewährt werden. Sie werden nur anerkannt, wenn die Kinder unverheiratet sind und über ein geringes Eigeneinkommen verfügen. Grundsätzlich erhalten Eltern und Alleinerziehende Kindergeld, wenn sie Deutsche sind, in Deutschland ihren Wohnsitz haben oder im Ausland wohnen und in Deutschland (!) unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind.

Kinderadditive – direkte finanzielle Hilfen

Alleinerziehende und Eltern, die Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag erhalten, haben auch Anspruch auf so genannte Kinderadditive. Die Kinderzulagen sind zusätzliche finanzielle Förderungen, die auf Antrag gewährt werden. Für Verträge im Sinne des Altersvermögensgesetzes (Riester-Rente) besteht ein Rechtsanspruch auf Zulage für jedes Kind. Eine weitere Kinderzulage regelt das Gesetz zur Eigenheimförderung. Hier wird sogar die Herabsetzung der Kindergeld-Altersgrenze (25. Lj.) nicht angewendet – das Additiv gilt bis zum 27. Lebensjahr. Bauherren oder Erwerber von Wohneigentum erhalten diese Zulage für die Kinder, die im gemeinsamen Haushalt wohnen. Die Höhe der mehrjährigen Zulagen wird nach der Zahl der Kinder gestaffelt.

Steuerliche Entlastungen

Für Einkommenssteuerpflichtige, die Anspruch auf Kindergeld haben, gibt es eine Reihe von weiteren Kinderadditiven. Sie wirken sich als Freibeträge oder Abzüge auf das zu versteuernde Einkommen aus. Abziehbar sind Kinderbetreuungskosten, das Schulgeld (Sonderausgaben) und Aufwendungen für eine Haushaltshilfe. Alleinerziehenden wird ein besonderer Entlastungsbetrag anerkannt. Bei außergewöhnlichen Belastungen mindern Kinder den Prozentsatz der zumutbaren Eigenaufwendungen. Besteht ein Ausbildungs-Sonderbedarf, so können Freibeträge geltend gemacht werden. Der Anspruch des Kindes auf einen Behinderten- bzw. Hinterbliebenenpauschbetrags kann steuermindernd auf die Eltern übertragen werden.