Steuern 2013 – Kinderfreibeträge

Im deutschen Steuerrecht herrscht insbesondere bei der Lohn- und Einkommensteuer das Prinzip, dass das Existenzminimum bzw. eine Mindestausstattung an Einkommen nicht steuerpflichtig sein soll. Dieses Prinzip dementsprechend starke Schultern mehr und schwache Schultern weniger tragen sollten, wird bei den Freibeträgen für Erwachsene und Kinder berücksichtigt. Allerdings gibt es im Jahr 2013 keine Steigerung der Kinderfreibeträge. Die Bundesregierung verweist in diesem Zusammenhang auf einen regelmäßig erstellten Bericht zum Existenzminimum. Dieser würde für das Jahr 2013 eine Erhöhung des Steuerfreibetrages für Erwachsene um 348 Euro auf 8.342 Euro vorsehen. Die Kinderfreibeträge bleiben also für das Jahr 2013 unverändert bei 4.848 Euro jährlich für jedes zu berücksichtigende Kind.

Das zu versteuernde Jahres-Einkommen einer Familie oder eines Alleinerziehenden wird um die Gesamtsumme der Kinderfreibeträge gekürzt, womit eine Entlastung in Höhe der Summe der Kinderfreibeträge multipliziert mit dem jeweiligen Grenzsteuersatz verbunden ist.

Kinderfreibetrag – Bewertung und Kritik durch unterschiedliche politische Farben

Die meisten Menschen sind davon überzeugt, dass das Existenzminimum für Erwachsene und Kinder unterschiedlich hoch ausfallen sollte. Während ein Steuerfreibetrag von 8.342 Euro für einen Erwachsenen angemessen erscheint, ist die exakte Höhe und Wirkungsweise des Kinderfreibetrages zwischen der Regierung und den Oppositionsparteien umstritten. So kritisieren insbesondere die Grünen, dass dieser Kinderfreibetrag von der Steuerbemessungsgrundlage abgezogen werden würde. Familien mit einem höheren Steuersatz würden also eine höhere Entlastung als Geringverdiener bekommen.

Im Grunde zeigen sich in der Diskussion um den Kinderfreibetrag die unterschiedlichen Meinungen und Ansätze in der Familienpolitik. Über die politischen Farben hinweg dürfte aber unbestritten sein, dass der Kinderfreibetrag regelmäßig angepasst bzw. erhöht werden sollte. Allerdings hat die Koalition aus CDU/CSU und FDP diesen Kinderfreibetrag seit 2010 nicht mehr erhöht. Angesichts steigender Preise für Wohnen, Energie und Lebensmittel sehen viele also die erst 2014 fällige Erhöhung als überfällig an.

Kinderfreibetrag 2012 – das gilt für den Kinder Freibetrag 2012

In diesem Jahr ist eine Vielzahl von Neuerungen in Kraft getreten, von der Eltern profitieren können. Spürbar wird das für Eltern, auch beim Kinderfreibetrag 2012, wenn sie die Steuererklärung für das laufende Kalenderjahr abgeben.

Kinderfreibeträge für das Jahr 2012

So werden ab dem Jahr 2012 die Kinderfreibeträge, auch als Kinderfreibetrag 2012 bekannt, nicht mehr in die Lohnsteuerkarte eingetragen. Dies war bis zum 31.12.2011 bei jeder ausgefertigten Steuerkarte automatisch erfolgt. Der Anlass dafür liegt in einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, nach der der Kinderfreibetrag steuerfrei zu bleiben hat. Nunmehr müssen Eltern die Eintragung der Freibeträge in jedem Jahr beantragen. Sonst würde der Kinderfreibetrag 2012 nicht berücksichtigt werden, wenn die Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag berechnet werden. Auf jeden Fall jedoch werden die Kinderfreibeträge 2012 nicht berücksichtigt, wenn die anfallende Lohnsteuer berechnet wird. Dabei zählt zunächst die Vorrangigkeit der Kindergeldzahlung.

Kinderfreibetrag 2012

Für das Kalenderjahr 2012 wurde der Kinderfreibetrag 2012 auf einen Betrag von 7.008 Euro festgelegt. Monatlich erhalten Eltern für das erste und das zweite Kind im Rahmen vom Kindergeld 2012 einen Betrag von 184 Euro. Gezahlt wird dieser Betrag solange, bis das Kind das 18. Lebensjahr erreicht hat. Sofern sich das Kind noch in einer Ausbildung befindet und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, wird das Kindergeld 2012 weitergezahlt. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Kind ein versteuerndes Einkommen erzielt, dass die Höhe von 8.004 Euro nicht überschreitet. Allerdings wird im Rahmen einer Günstigerprüfung durch das Finanzamt noch ein Vergleich durchgeführt, ob Kindergeld 2012 oder Kinderfreibetrag 2012 günstiger für Familien sind. Durchgeführt wird diese Prüfung in Verbindung mit dem Lohnsteuerjahresausgleich oder mit der Steuererklärung für das Jahr 2012.

Welche Kinderfreibeträge gibt es?

In Deutschland gibt es im Grunde nur einen Kinderfreibetrag, der sich allerdings in einen Kinderfreibetrag für Verheiratete und einen Kinderfreibetrag für Alleinerziehende aufspaltet. Hinzu kommt das Kindergeld, welches allerdings keinen steuerlichen Freibetrag darstellt, sondern eine Geldzuwendung an Eltern oder Alleinerziehende darstellt, deren Einkommen nicht ausreicht, um in nennenswerter Weise durch den Kinderfreibetrag zu profitieren.

Wie das Kindergeld dient auch der Kinderfreibetrag der Sicherung des Existenzminimums eines Kindes und wird durch den jährlichen Bericht der Bundesregierung über das Existenzminimum festgelegt. Derzeit liegt er jährlich € 6.240,- für Unterhalt, Erziehung, Betreuung und Ausbildung. Er steht beiden Eltern jeweils zur Hälfte zu.

Eine Besonderheit des Kinderfreibetrages ist seine Übertragbarkeit: Wenn beide Eltern berufstätig oder anderweitig verhindert sind, übernimmt nicht selten ein Großelternteil die Erziehung des Kindes und nimmt dieses in seinen Haushalt auf. In diesem Fall kann der Kinderfreibetrag auf ein Stiefelternteil oder ein Großelternteil übertragen werden, das nun in vollem Umfang vom Kinderfreibetrag profitieren kann.

Eine oft gestellte Frage: Kinderfreibetrag gleich Ausbildungsfreibetrag?

Die Antwort muss mit einem Nein beantwortet werden, der Kinderfreibetrag  unterscheidet sich von dem Ausbildungsfreibetrag. Es sind zwei verschiedene Steuerfreistellungsmaßnahmen, die steuerpflichtigen Eltern und Alleinerziehenden gewährt werden können. Sie haben Anspruch auf einen Familienlastenausgleich, der durch ein gestaffeltes Kindergeld oder Freibeträge für Kinder bei der Steuerbelastung gesetzlich geregelt wird.

Kinderfreibeträge

Die sogenannten Steuerfreistellungsbeträge setzen sich aus Kinderfreibetrag und dem Freibetrag für den Erziehungs- und Betreuungsbetrag zusammen (geregelt im § 32 Abs. 6 EStG). In der Summe können verheiratete Eltern 6024 Euro je Kind geltend machen. Die Voraussetzungen für die Anerkennung des Kinderfreibetrages sind die gleichen wie beim Kindergeld, das vorrangig gezahlt wird. Erst bei einer Einkommenssteuererklärung prüft das Finanzamt automatisch die Angaben aus der „Anlage Kind“. Ist eine Steuerrückerstattung höher als die Jahressumme des Kindergeldes, so wird ein Ausgleichsbetrag erstattet. Die bisherigen Günstigerberechnungen haben im Ergebnis zu über 90 Prozent Kindergeldzahlung geführt. Die Kinderfreibeträge sind nur für Jahreseinkommen von über 62.000 Euro – Alleinerziehende etwa 33.000 Euro – „interessant“.

Ausbildungsfreibetrag

Unabhängig vom Jahreseinkommen können steuerpflichtige Eltern und Alleinerziehende von volljährigen (!) Kindern noch zusätzlich einen Ausbildungsfreibetrag steuermindernd geltend machen. Voraussetzungen dafür sind, dass das Kind auswärtig (!) untergebracht ist, sich in einer Ausbildung (Berufsausbildung, Studium oder allgemeinbildende Schule) befindet und alle anderen Bedingungen erfüllt sind, die zu einem Kindergeldanspruch führen. Der Ausbildungsfreibetrag wird steuermindernd vom Jahreseinkommen als Werbungskostenpauschale (924 Euro) abgezogen und wirkt sich entsprechend als finanzielle Familienentlastung aus. Die Einzelheiten zum Ausbildungsfreibetrag findet man in § 33a Abs. 2 EStG.