Gilt der Kinderfreibetrag auch für Alleinerziehende?

Überschreitet das Einkommen eine definierte Höhe, wird vom Finanzamt statt des Kindergeldes der Kinderfreibetrag in Höhe von 1932 Euro jährlich pro Elternteil eingesetzt. (3864 Euro gemeinsam) Der Kinderfreibetrag wurde von der Bundesregierung Anfang 2009 auf diesen Betrag erhöht. Ab 01.01.2002 wurde zusätzlich der Freibetrag für Erziehung, Betreuung und Ausbildung von 2160 Euro jährlich neu eingeführt. (getrennt lebende Eltern erhalten jeweils 1080 Euro) Ist ein alleinerziehender Elternteil verwitwet, hat der getrennt lebende Elternteil seinen Wohnsitz nicht in Deutschland oder kommt er/sie der Unterhaltspflicht zu weniger als 75% nach und ist das minderjährige Kind ausschließlich beim betreuenden Elternteil gemeldet, kann dieser die volle Höhe des Freibetrages von 2160 Euro beantragen. Die Zuordnung von Kinder- und Betreuungsfreibetrag kann gegebenenfalls variieren. Alleinerziehende können den Betreuungsfreibetrag zur Gänze erhalten, vom Kinderfreibetrag profitieren beide Elternteile.

Kinderfreibetrag und Haushaltsfreibetrag

Ab 01.01.2004 wird anstelle des Haushaltsfreibetrages der „Entlastungsbetrag für Alleinerziehende“ von 1.308 Euro gewährt. Diese Summe kann als Steuerentlastung jährlich vom Einkommen abgezogen werden, was dem monatlichen Betrag von 109 Euro entspricht. Er ist der Steuerklasse II zuzurechnen und wurde in der Lohnsteuertabelle in die Gruppe der Alleinerziehenden integriert. Die Steuerentlastung wirkt sich im Vorhinein während des Jahres durch einen geringeren Lohnsteuerabzug ihres Einkommens aus.

Die Benachteiligung von Alleinerziehenden spiegelt sich darin, dass sie die steuerliche Entlastung großteils nicht ausreichend nutzen können. Viele Alleinerziehende sind Niedriglohnbezieherinnen und erhalten das Kindergeld als soziale Förderleistung. 1,6 % der Alleinerziehenden genießen durch ihr höheres Einkommen die Steuerentlastung des Kinderfreibetrages.