Kinderfreibetrag = Steuerentlastung?

Der Kinderfreibetrag ist eine Maßnahme, um Steuergerechtigkeit zu erreichen. Ziel ist es, dass das Existenzminimum eines Kindes bei der Besteuerung seiner Eltern entsprechend berücksichtigt wird. Dies bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass der Kinderfreibetrag auch zu einer Steuerentlastung führt. Ob der Freibetrag in Ihrem konkreten Fall eine Steuerentlastung mit sich bringt, wird bei der Berechnung der Einkommenssteuer vom Finanzamt geprüft. Dies erfolgt in drei Schritten.

  1. Zunächst wird die Höhe des Kindergeld geprüft, das im laufenden Jahr bereits ausgezahlt wurde. Das Kindergeld wird abhängig von Anzahl und Alter der Kinder ausgezahlt.
  2. Im zweiten Schritt wird die Höhe der Steuerentlastung ermittelt, die sich durch die Kinderfreibeträge (Stand 2009 1.932 Euro Kinderfreibetrag pro Elternteil zzgl. 2.160 Euro Betreuungsfreibetrag pro Kind) ergibt.
  3. Abschließend werden die beiden Werte miteinander verglichen. Hierbei entscheidet sich, ob es zu einer Steuerentlastung kommt oder nicht.

In der Regel ist das gezahlte Kindergeld höher als die Steuerentlastung. In diesem Fall bleibt es beim Kindergeld und es erfolgt keine weitere Steuerentlastung.

Nur bei Eltern mit höherem Einkommen (Stand 2009 ab ca. 62.000 Euro bei Paaren, 33.000 Euro bei Alleinerziehenden) führt der Kinderfreibetrag zu einer zusätzlichen Steuerentlastung. Die Kinder- und Betreuungsfreibeträge werden dann vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen. Zur fälligen Steuer wird das Kindergeld dann zum Ausgleich hinzugerechnet.

Bei der Berechnung von Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag wird der Kinderfreibetrag unabhängig vom Einkommen berücksichtigt. Wenn die Kinder auf der Lohnsteuerkarte eingetragen sind, erfolgt dies direkt bei der Lohnsteuerberechnung.

Steuerentlastung durch Kinderfreibetrag?

Ist eine Steuerentlastung durch Kinderfreibetrag gegeben? Auf diese Frage wird im Folgenden detailliert eingegangen. Für das Jahr 2009 beträgt der Kinderfreibetrag 1932 Euro für jeden Elternteil, demnach 3864 Euro für Eltern die verheiratet sind. Zusätzlich wird außerdem ein Freibetrag für jedes Kind von 2160 Euro für den Erziehungs-, Betreuungs- sowie Ausbildungsbedarf gewährt. Somit ergibt sich pro Kind insgesamt ein Freibetrag von 6024 Euro. Das Kindergeld wird nur an einen Elternteil gezahlt. Die Freibeträge hingegen werden geteilt. Bei verheirateten Eltern ist dies jedoch durch die Zusammenveranlagung unerheblich.

Die Gewährung der Freibeträge kommt im Rahmen der Jahres-Einkommenssteuererklärung zum Ansatz. Hierbei sind vor allem die Angaben in der „Anlage Kind“ relevant. Bei der Berechnung der Einkommenssteuer wird vom Finanzamt automatisch geprüft, ob sich durch den Abzug der Freibeträge eine höhere Entlastung ergibt, als der Kindergeldanspruch. Mittels einer Vergleichsrechnung wird die Günstigerprüfung durchgeführt. Ist durch den Abzug der Freibeträge die Steuerentlastung geringer, bleibt es beim Kindergeldanspruch. Führt aber der Freibetrag-Abzug zu einer höheren Entlastung als zum Kindergeld, werden sämtliche Freibeträge vom Einkommen abgezogen.

Steuervorteil bei Kinderfreibetrag greift ab ca. 62.000 Euro

Das Kindergeld wird zur fälligen Steuer hinzugerechnet. Insbesondere für besser verdienende Eltern ergibt sich ein Steuervorteil. Als Faustregel gilt: von Steuervorteilen durch Kinderfreibeträgen profitieren verheiratete Eltern ab einem Jahreseinkommen von 62.000 Euro und Alleinerziehende mit einem jährlichen Verdienst ab 32.000 Euro.