Wie stellt das Finanzamt den Kinderfreibetrag fest?

Der Gesetzgeber ist durch das Bundesverfassungsgericht in den letzten Jahren vermehrt aufgefordert worden, etwas mehr Steuergerechtigkeit im Verhältnis von Familien mit Kindern zu kinderlosen Ehepaaren zu schaffen. Drch die Zahlung des Kindergeldes alleine sei keine ausreichende Steuergerechtigkeit geschaffen worden. Von daher hat der Gesetzgeber Familien mit Kindern die Möglichkeit eingeräumt, für jedes Kind einen Steuerfreibetrag in Anspruch zu nehmen, der dann bei der Prüfung der Steuererklärung sozusagen als Gegengewicht zum gezahlten Kindergeld gegenüber gestellt wird. Hintergrund des Steuerfreibetrages ist, dass für Kinder ähnlich wie für die Eheleute ein steuerfreies Existenzminimum zugrunde zu legen ist.

Diese Günstigerprüfung seitens des Finanzamtes findet von Amts wegen statt und bedeutet, dass immer zugunsten des Steuerpflichtigen geprüft wird. Zwar liegt der Steuerfreibetrag für jedes Kind bei 3.864 € zuzüglich 2.160 € als Freibetrag für Betreuung und Erziehung bzw. Ausbildung, doch stellen sich in der Regel nur Eheleute mit einem Bruttoeinkommen von mehr als 60.000 € mit dem Steuerfreibetrag steuerlich besser. Für die Mehrzahl der Eheleute, das gilt vor allem auch für Alleinerziehende, für die der jeweils hälftige Steuerfreibetrag angesetzt wird, rechnet sich daher immer die Zahlung des Kindergeldes.